Vom Selbstmord des Anton von Rieppel

Anton von Rieppel, (C) MAN SE

Anton von Rieppel, (C) MAN SE

Eine im Volksmund immer wieder gerne erzählte und gehörte Legende rankt um den Ingenieur der Müngstener Brücke, Anton von Rieppel. Die Geschichten um seine Person gibt es in mehrfachen Ausführungen, das Ende ist jedoch immer der tragische Tod des MAN-Ingenieurs, der sich von seiner eigenen Brücke gestürzt haben soll. Woher diese beiden Geschichten kommen ist unklar. Klar ist aber, dass beide unwahr sind, denn Rieppel starb erst lange nach der Fertigstellung der Müngstener Brücke am 31. Januar 1926 infolge einer langen Erkrankung und hatte noch nach der Fertigstellung der Brücke zahlreiche Ämter inne. So war er z.B. 1911 Vorsitzender des Gesamtverbands Deutscher Metallindustrieller.

  1. Rieppel soll Fehler in seiner statischen Berechnung gefunden haben, als die Brücke ganz kurz vor der Vollendung stand. Er bemerkte, dass niemals eine schwere Lokomotive samt Zug die Brücke passieren könne, ohne dass sie unter dem Gewicht zusammenbrechen würde. Infolge dessen soll er sich von der fast fertigen Brücke in den Tod gestürzt haben, um der Schmach zu entgehen.
  2. Rieppel soll Fehler in seiner Konstruktion entdeckt haben. Hierzu muss man wissen, dass die Brücke von beiden Seiten gleichzeitig gebaut wurde, und schlussendlich in der Mitte vollendet wurde. Rieppel soll bemerkt haben, dass die beiden Bögen nicht wie geplant aufeinander treffen würden, sondern aneinander vorbei führen. Als er dies erst nach weitem Fortschritt des Brückenbaus bemerkt haben will, soll er sich aufgrund der horrenden Kosten die bereits verursacht wurden in den Tod gestürzt, und seine eigene, perfekte Konstruktion nicht mehr vollendet gesehen haben.

Beide Legenden sind wie bereits erwähnt nicht haltbar.


Links / Verweise
Anton von Rieppel auf Wikipedia

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